Pressemitteilung der Bürgerinitiative für eine umweltfreundliche Industrie in Bützfleth (BIB) vom 22.2.2026
Nach dem Ausstieg von Airbus setzt nun auch die Stadt Stade auf nachhaltige Fernwärme und ersetzt das Holzkraftwerk der Hansekraft im kommunalen Wärmekonzept mit erneuerbaren Lösungen
Die Bürgerinitiative in Bützfleth hat in einem konstruktiven Gespräch mit der CDU/WGS Fraktion aus dem Stader Rat fachliche Positionen ausgetauscht und insbesondere über die politische Verantwortung des Stader Rats in der Bauleitplanung für das Industriegebiet Bützfleth gesprochen.
„ Auch wenn die fachlichen Kriterien für eine Genehmigung nach Bundesimmissionsschutzgesetz vom Gewerbeaufsichtsamt Lüneburg geprüft werden“, so der Sprecher der BIB Dr. Jan Witt „so dürfe die Politik sich nicht wegducken und sollte endlich ihre Hausaufgaben für die Grundlagen jeder Planung machen und einen vernünftigen Bebauungsplan für das Industriegebiet aufstellen. Das wäre eine gesetzliche Grundlage, die den Schutz der Bürger gewährleisten könne und die das GAA als Grundlage für das Genehmigungsverfahren nutzen würde. Es sei eben nicht so, dass die Politik nun alle Verantwortung an die Genehmigungsbehörde weitergeben kann.“ Hans Schmidt als ausgewiesener Planungsexperte der BIB erläuterte die bereits langandauernde Geschichte einer verantwortungslosen Planungssituation des Industriegebietes und stellte die daraus resultierenden rechtlichen Konflikte anschaulich am Beispiel der Lärmbelastung in Bützfleth dar.
Die Fraktion habe sich intensiv mit der Planung beschäftigt“, so Ratsherr Dr.Felix Kruse, “und erst dann das kommunale Einvernehmen erteilt“. Das sieht der Ratsherr der WGB Dr. Jochen Witt durchaus anders: „Für eine differenzierte Betrachtung der Betroffenheit der Lebensqualität insbesondere der Bützflether hätte man mit dem kommunalen Einvernehmen mindestens die Vorlage des Genehmigungsantrags abwarten müssen. Zu dem damals frühen Zeitpunkt konnten sich Politik und Rat noch kein umfassendes Bild machen.“
Bei der Diskussion zur kommunalen Wärmeplanung die am 6.2. im Ausschuss für Bau und Umwelt vorgestellt wurde, wurde klargestellt, dass die Stadt das HKW allenfalls noch zur Absicherung von extremen Lastspitzen (z.B. extreme Winter etc.) eingeplant hat, ansonsten wird auf 5 nacheinander geschaltete Wärmepumpen gesetzt, die die Energie aus dem geklärten Abwasser des Stader Klärwerks ziehen. Normale Lastspitzen würden mit einem Biomethankessel abgefangen. Allerdings ist die Wärmeplanung der ersten Stufe auf die Altstadt begrenzt und die weiteren Wohngebiete in Stade (u.a. Bützfleth, Schölisch, Hahle) würden erst nach und nach entwickelt.
Auf die Befürchtung der BIB , dass dann wohl dafür doch mit dem HKW geplant würde, wurde aber klar gestellt, dass weder die Stadt noch Hansekraft auf eine Wärmelieferung angewiesen seien und keine Abnahmeverträge geschlossen hätten, denn die Energie für das Fernwärmenetz sei für Hansekraft nur ein Nebenprodukt, die Prozesswärme für die Industrie sei die entscheidende wirtschaftliche Größe. „Auch dafür gäbe es Alternativen“ sagte Karsten Klie, Energieexperte der BIB und verwies auf Großwärmepumpen in Köln am Rhein und in Esbjerg oder Helsinki an der Küste oder auf Nutzung von Geothermie, die weltweit einen enormen Zuwachs verzeichnet. Es sei jetzt die Chance auf eine echte Energiewende für Stade und das Industriegebiet und man sollte sich diese Chance nicht durch eine Sonderabfallverbrennungsanlage wie dem HKW auf Jahrzehnte verbauen.
Insgesamt lobten beide Seiten die konstruktive und angenehme Gesprächsatmosphäre und den sehr fachlichen Dialog.“ Wir werden uns die Planungssituation zum B-Plan nochmal von Herrn Kolk erklären lassen, denn so wie von Herrn Schmidt dargestellt würde das schon ein ganz neues Licht auf die planungsrechtliche Situation in Bützfleth werfen, gab sich Fraktionsführer Daniel Friedl versöhnlich und stellte einen weiteren Austausch in Aussicht.
Dr. Jan Witt
BI Buetzfleth
www.buergerinitiative-buetzfleth.de
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